Musik
Jeder hört Musik, jeder mag Musik, Musik ist ein Teil des Lebens, in jeder Kultur wurde und wird musiziert und jedes Zeitalter hat seine ganz bestimmte Art von Musik, die viel über diese Zeit und den herrschenden Geist aussagt.
Durch Worte werden Gedanken, Überlegungen und Meinungen ausgedrückt, je treffender die Worte, desto präziser der Gedankengang. Worte können richtig oder falsch sein, jedes Land hat seine Sprache, die im Nachbarland nicht mehr verstanden wird. Musik dagegen ist universell, sie wendet sich nicht an die Ratio, sondern an das Gefühl und zielt auf Empfindungen, die viel tiefer reichen als Worte. Wir werden immer noch von Musik bewegt, die vor zwei- oder dreihundert Jahren geschrieben wurde, die Musik von Bach oder Mozart ergreift Menschen aus aller Welt, aus allen Kulturkreisen, denn die Emotionen, die von ihr und durch sie transportiert werden sind universell und allgemein menschlich.
Gefühle wie Trauer, Freude, Weltschmerz, Jubel gehören zum Menschsein dazu und jeder Mensch hat sie schon einmal erlebt. Wie könnte man freudigen Jubel besser ausdrücken als durch die strahlenden Klänge der Trompeten eines Barockkonzerts? Und wie könnte man besser nachempfinden, was Weltschmerz oder Melancholie bedeutet, als wenn man den schluchzenden Geigenklängen einer Mahler-Symphonie lauscht?
Die heutige Musikkultur ist weniger von klassischer als von populärer Unterhaltungsmusik geprägt. Die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Musik hat zu einer großen Veränderung in ihrer Rezeption geführt. Während Musik früher entweder selbst gespielt oder „live“ gehört wurde, kommt der überwiegende Teil der heute gehörten Musik aus der Konserve, von der CD, Kassette, MP-3 Player oder was es sonst noch an technischen Möglichkeiten gibt. Musik ist überall, im Fahrstuhl, im Supermarkt, beim Zahnarzt oder sogar auf der Toilette im Hotel. Diese Allgegenwärtigkeit führt zu einer Abstumpfung beim Hörer, Musik dient zur Untermalung oder Ablenkung und es gibt leider immer weniger Menschen, die ihre Botschaft verstehen.